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Eltern haben etwas dagegen, in der Nennhausener Kita auch den Jugendclub unterzubringen
Geschrieben von: der Märkischen Allgemeinen   

Aus bautechnischen Gründen musste im vergangenen Jahr der Nennhausener Jugendclub im Gärtnerhaus geschlossen werden. Seither haben die Jugendlichen des Dorfes keinen Freizeittreff mehr. Abgeordnete und Amtsverwaltung bemühen sich seit Monaten um einen neuen Freizeittreff für die Jugendlichen.

Erste Vorschläge erwiesen sich als nicht realisierbar. Als Lösung für das Problem wird jetzt an der Variante gearbeitet, den Jugendfreizeittreff in das Objekt der Kita zu integrieren (MAZ berichtete). „Wir sind auf einem guten Weg“, meint Amtsdirektorin Angelika Thielicke zum Vorbereitungsstand.

Doch für diese Lösungsvariante gibt es im Dorf nicht nur Zustimmung. 100 Eltern haben sich an einer Unterschriftenaktion beteiligt, mit der sie sich gegen die Kombination von Kita und Freizeittreff in einem Objekt aussprechen. Die räumliche Kapazität würde für beide Einrichtungen nicht ausreichen und damit könnte die Integrierung des Freizeittreffs zu Lasten der Kita gehen, befürchten die Eltern. Weitere Bedenken haben sie im Hinblick auf Ordnung und Sauberkeit angemeldet. Nachts könnten Jugendliche Flaschen auf den Spielplatz der Kita werfen, nennt die stellvertretende Elternsprecherin Sandra Bellanga als Beispiel. Die Unterschriftensammlung wurde Alexander von Stechow, Gemeindevertreter der Wählergemeinschaft „Zukunft für Nennhausen“, übergeben. Die Wählergemeinschaft engagiert sich stark für den Freizeittreff und konnte die Johanniter-Unfallhilfe für das Vorhaben interessieren. Der gemeinnützige Verein hat sich bereit erklärt, die Kita und auch den Freizeittreff in einem Objekt als Träger zu übernehmen. Die Verhandlungen sind auf einem guten Weg. Amtsdirektorin, Bürgermeisterin sowie Mitglieder der Wählergemeinschaft und der Elterninitiative haben sich inzwischen zu einem Gespräch getroffen. Dabei konnten wesentliche Fragen geklärt und Bedenken aus dem Weg geräumt werden, sagt Carola Sendel. „Allerdings – so richtig anfreunden können wir uns mit der Variante immer noch nicht“, so die Sprecherin der Elterninitiative.

„Die Kita wird immer an erster Stelle stehen“, betont die Amtsdirektorin. Doch man müsse auch veränderten Bedingungen Rechnung tragen. Ursprünglich gab es für die Kita eine Betriebserlaubnis für 85 Kinder. Derzeitig werden 62 Kinder betreut. Dazu liegen noch einige Anmeldungen vor. Im Sommer wiederum werden einige Mädchen und Jungen eingeschult. Die Hortkinder werden seit 2009 in einer Einrichtung der Ganztagsgrundschule betreut. Das zukünftige Kita-Konzept sieht 65 Kinder vor. Damit könne man den Bedarf absichern, so Thielicke. Die Integrierung des rund 40 m2 großen Freizeittreffs würde auf keinen Fall zu Lasten von Räumen gehen, die zur Kinderbetreuung genutzt werden. Für den Freizeittreff ist in erster Linie eine ehemalige Küche vorgesehen. Ein separater Eingang und feste Wände sollen Kita und Freizeittreff von einander trennen. Die Johanniter – Unfallhilfe hat sich bereit erklärt, die notwendigen 9000 Euro Umbaukosten für den Freizeittreff zu übernehmen.

Zur Verbesserung der Betreuungsbedingungen in der Kita wären ebenfalls einige Umbauten erforderlich, an den Kosten muss sich die Gemeinde oder das Amt beteiligen. Wenn alle Einzelheiten geklärt, Beschlüsse gefasst und Verträge unterschrieben sind, müssten die Umbauarbeiten in den Sommerferien erfolgen können. (Von Norbert Stein)